Steckbrief
Radsportgeschichte(n)
Radsport-Trio "Aquilotti"
Radsport-Kontaktbörse
Radsport Events
Englischunterricht

Radsportgeschichte(n)

Die "Historische Bildergalerie des Bahnradsports"


Als mein Großvater Clemens Schürmann 1905 erstmalig an einem Radrennen durch die Baumberge nahe Münster teilnahm und dieses Rennen gleich gewann, hatte ihn wohl die Lust am Radrennsport vollends  gepackt.
Er sollte einer der besten Sprinter seiner Zeit werden und der Lokalmathador  unserer Heimatstadt Münster.

In seinem Nachlass fand ich viel Fotografien aus dieser längst vergangenen Zeit zu Beginn des Bahnradsports.
Ich konservierte sie in der  "Historischen Bildergalerie des Bahnradsports", die  nach und nach durch weitere Beiträge vieler Galeriebesucher wuchs.
Viel Spaß beim Durchblättern!

> Klicken Sie auf das Bild, um zur Galerie zur gelangen <.

_______________________________________________________________

LINKEMPFEHLUNG:

Walter-Ruett.de

Bernd Wagners Website, die dem Andenken an der Radweltmeister Walter Rütt gewidmet ist.
Sehr sehenswert!

________________________________________________________________

"Anche Sotto Quaranta"
Eine Episode aus der Emilia Romagna

Es war ein wunderschöner Tag in den Osterferien, die wir wie üblich in der Emilia Romagna verbrachten. Wir hatten eine anspruchsvolle Tour durch die Berge hinter Cesena verbracht und waren auf dem Rückweg. Als wir Forli durchquerten waren wir nicht sicher, welchen Weg wir nehmen sollten. Also sprachen wir einen jungen drahtigen Italiener in einem Radtrikot an, der sich wohl selbst gerade aufmachte zu trainieren.
"Ich bringe euch ein Stück und zeige euch den Weg", bot er uns freundlich auf italienisch an und hob sein Triathlonrad, eine Art "Abfangjäger", auf den Asphalt.
"Wie schnell fahrt ihr denn so?", fragte er beim Aufsteigen.
"Anche sotto quaranta", antwortete ich und erschrak im selben Moment über meine "Angabe". Hatte ich das gesagt? Das heißt "Auch 'mal unter 40km/h"

Offensichtlich war mein Italienisch sehr gut verständlich, denn nachdem wir in den Windschatten unseres Piloten geschlüpft waren, stieg die Tachoanzeige kontinuierlich,.. 30, 32, 36, 40, 42,...... .
"Anche sotto quaranta", heißt natürlich irgendwie auch"...meist über 40".
...45

Die kleinen Adler wollten doch nur gemütlich in ihr Nest segeln, doch nun flog die Straße nur so unter uns her und wir hatten Mühe, das Hinterrad zu halten. Als ich mich umdrehte, um zu sehen ob meine beiden Freunde noch hinter mir waren, war mir klar, dass ich mir mit meiner Ansage keine Freunde unter meinen Freunden gemacht hatte. Werner starrte mich an, hob eine Hand vom Lenker und tippte mit dem Zeigefinder an seine Stirn. Das galt mir. Wolfgang kräuselte die Stirn, verdrehte seine Augen gen Himmel und schüttelte dabei vielsagend den Kopf. Das galt ebenfalls mir und hieß übersetzt: "Trottel!"

Ich konzentrierte mich wieder auf den Leitstrahl meiner Vordermannes und konnte trotzdem nicht umhin, mich innerlich schlapp zu lachen,.. soweit das die Sauerstoffversorgung noch zuließ. Nach etwa 100 Kilometer durch die Berge der Emilia war so etwas als Dessert wirklich nicht geplant gewesen.

Ich bin mir sicher, dass sich auch mein Vordermann über meine flappsige Geschwindigkeitsangabe seine Gedanken machte, doch offensichlich viel gelassener, denn er hielt locker und elegant den Schnitt.
Hinter mir glaubte ich Fetzen eines gehechelten Dialoges zwischen Wolf und Werner aufzuschnappen, konnte aber nur Begriffe wie "...spinnt" und "...Idiot" heraus fliltern. Wir fuhren weiterhin am Anschlag bis unser Scout sich im Sattel aufrichtete, mit ausgestrecktem Arm andeutete, dass wir weiter geradeaus fahren müssten und erklärte, dass er nun rechts abbiege. Mit einem freundlichen "ciao" seinerseits und einem "grazie" unsererseits trennten sich unsere Wege.

Wir hielten das Tempo aufrecht, bis er aus Sichtweite war, dann nahmen wir die Beine hoch und es ergoß sich ein Schwall an üblen Beschimpfungen über mich.
Bescheiden reihte ich mich hinter meinen Freunden ein und wir radelten gemütlich zurück Richtung Cervia. Anche sotto 30.

Als ich nach einer Zeit einigermaßen erholt im Anblick von Wolfgangs Ritzeln versank, ertappte ich eine kecke Windung meines Gehirns den Gedanken produzieren: "Na, der war wohl froh, dass er endlich abbiegen konnte!!" - aber sofort konterte der überwiegende, wohl realistischere Teil des Großhirns mit:
" Du Riesentrottel!!!" 


Top